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Was uns bewegt: Kinder, die sich kaum bewegen!

„Mit dem Alter wird man träge“ – schön wär’s. Der Nachwuchs von heute kommt oftmals gar nicht erst in Schwung, sondern bremst schon, bevor er Fahrt aufgenommen hat. Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (die ein Mindestmaß von einer bewegten Stunde täglich für Heranwachsende für unverzichtbar hält) brachten alarmierende Fakten zutage: Vier von fünf Jugendlichen erreichen dieses Minimum an Aktivität nicht! Wo ist bloß der natürliche Bewegungsdrang der Kinder geblieben? Sind die „digitalen Alleinunterhalter“ schuld, welche unsere Mädchen und Buben vom ersten Smartphone/vom ersten Computer an fesseln? Die dafür sorgen, dass sich die Förderung und der Fortschritt motorischer Entwicklung auf die Finger (lat.: digiti) beschränkt?

Doch so leicht dürfen die Verantwortlichen (wir Erwachsenen) es sich nicht machen. Zum einen sollte jeder, der Umgang mit Kindern hat, überprüfen, ob er in dieser Hinsicht seiner Vorbildfunktion gerecht wird. Wenn die Großen Stunden vor der Matt- oder wie auch immer gearteten sonstigen Scheibe verbringen, nützen Ermahnungen an die Kleinen wenig (die ganze Erziehung bringt nichts – die Kinder machen einem ja doch alles nach). Erwiesenermaßen ist der Nachwuchs Sport treibender Eltern deutlich aktiver als der von „Couch-Potatoes“. Deshalb: Die simpelste Methode, Kinder zu einem bewegten Leben zu motivieren, ist, mit ihnen von Anfang an Freude beim Spielen und Herumtollen, beim Balancieren, Tischtennis-, Federball-, Fußballspielen oder Gummihüpfen, beim Spazierengehen, Radfahren ... zu erleben. 

Kinder müssen sich in der Bewegung erfahren, Vertrauen in ihr körperliches Vermögen erlernen, in ihr Gleichgewicht, ihre Beweglichkeit, ihre Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und die Koordination – das kann kein Computerspiel der Welt leisten. Nicht nur, um eine regelrechte Entwicklung überhaupt zu ermöglichen und um gesundheitlichen Beschwerden, Übergewicht und motorischen Einschränkungen vorzubeugen – auch die geistige Entwicklung korreliert nachweislich mit der körperlichen. „Bewegte“ Kinder haben meist besseres „Sitzfleisch“ während des Unterrichts, sprich: Sie können sich länger und besser konzentrieren als ihre physisch unterforderten Klassenkameraden.

Auch die Beliebtheit von Vereinssport (mit zusätzlich positiver Auswirkung auf das Sozialverhalten) ist gesunken – immer mehr Kinder treiben in ihrer Freizeit keinen Sport – und der Schulsport kann (selbst wenn die Unterrichtsstunden regelmäßig stattfinden) definitiv den Bewegungsanspruch der Schüler nicht abdecken. 

Wir Erwachsenen sind dafür verantwortlich, das Interesse der Nachkommenschaft an Bewegung und Sport zu wecken und aufrecht zu erhalten – um ihrer körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit willen. Und wir sind gefordert, kindgerechte (Freizeit-)Möglichkeiten zu schaffen mit vielfältigen Spiel- und Bewegungsangeboten.
 
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